1. GEWA

Porsche GT3 im Zebradesign

500 PS stark und ein besonderer Look – ein Muss beim Porsche GT3. Und kein Problem für Signal Design. Der Rennwagen hat jetzt ein Zebramuster.

Er ist einer der schnellsten Porsches nach dem 918er, und dazu noch limitiert: Den 911 GT3 RS wollen viele, ganz gleich ob als Alltags- oder Sammlerauto oder Spekulationsobjekt. Signal Design hat ihn für einen Kunden foliert – der nutzt den Rennwagen aber nicht privat, sondern hauptsächlich als Showfahrzeug für Events und Messen. Also musste das Ausstellungsstück entsprechend aussehen, eine einfache Farbe durfte es nicht sein. „GT-Fahrer sind dafür bekannt, dass sie sich trotz ihres bereits individuellen Autos noch vom Durchschnitt abheben wollen“, beschreibt Markus Schäffler, Geschäftsführer des Werbetechnikunternehmens, die Porsche-Szene mit einem Augenzwinkern. Bereits ab Werk würden die meisten Sonderfarben bestellt; unter den Porsche-Modellen dürfte der GT das am meisten beklebte überhaupt sein, vermutet er. Außerdem hatte das Folieren für den Besitzer in diesem Fall neben der Optik einen weiteren Vorteil: Der Lack wurde durch eine unter dem Design verklebte Folie zusätzlich geschützt.

Farbe muss draußen bleiben

Gestalter Timo Wuerz machte sich ans Werk, um das geforderte markante, noch nie Dagewesene, aber auf keinen Fall farbige Design umzusetzen. Zusätzlich musste er einen weiteren Kundenwunsch berücksichtigen: Um die Optik noch interessanter zu machen, durften die Seiten des ursprünglich silbernen GT nicht identisch aussehen. Zusammen mit dem Kunden erarbeitete Timo Wuerz ein Design im Zebralook. Schwarz und Weiß wechseln sich aber den Vorgaben entsprechend nicht in regelmäßigen Streifen ab, sondern sind ungleichmäßig über den 500-PS-Wagen verteilt – mal dominiert die eine, mal die andere Farbe. Sogar das Porsche-Wappen auf der Motorhaube wurde umgestaltet und ist nun schwarz-weiß; nicht einmal hier war Farbe erwünscht. Nachdem das Design stand, wurde gedruckt: Signal Design griff hierfür auf die hauseigene Digitaldruckmaschine JV33 von Mimaki zurück, die die 25 benötigten Quadratmeter der Folie MPI 1005 EA von Avery Dennison in sechs Stunden in der höchsten Qualitätsstufe bedruckte. Bevor es ans Wrappen gehen konnte, mussten erst einmal störende Außenteile demontiert werden. Signal Design setzt hierfür auf externe Karosseriebauer, die die Teile zunächst demontieren und nach dem Verkleben wieder montieren. In diesem Fall nahm das Ab- und anschließende Anbauen etwa acht Stunden in Anspruch.

Akkurat angebracht

„Die Herausforderung war, die Übergänge so anzulegen und zu verkleben, dass es keine Verluste in der Optik oder Versatz in den Streifen gibt“, beschreibt Markus Schäffler. Das war bei diesem Projekt deshalb schwierig, da die Verkleber die Folienstücke aufgrund des unregelmäßigen Designs umso sauberer ansetzen mussten. Zudem entschied sich Signal Design für eine einschichtige Folierung, „also nicht die klassische Herangehensweise mit einer weißen Grundfolierung und aufgesetzten Streifen“. Dadurch sei nicht erkennbar, dass es eine Verklebung ist, erklärt der Geschäftsführer die Vorgehensweise. So wirke alles wie aus einem Guss. Die Werbetechniker folgen grundsätzlich immer einer festen Routine: Zunächst verkleben die Wrapper die beiden Seiten und arbeiten sich dann über die Motorhaube und die Stoßstangen zum Dach vor – so können sie die Übergänge sauber einander anpassen. Gegebenenfalls drucken sie die Folien für Haube und Stoßstangen mehrmals und passen sie an, bis das Muster ohne Blitzer auf dem Auto ist. Nicht jeder Werbetechniker mache das auf diese Weise, „das sind aber Punkte, wo wir nicht die Billigsten sind, sein werden und sein können“. Signal Design habe sich dem Anspruch verschrieben, möglichst perfekte Arbeit abzuliefern. „Qualität kostet Zeit, die kostet Geld“, resümiert Markus Schäffler. Nicht jeder Kunde ist bereit, diese Zeit zu investieren. Für das Unternehmen aus Schwäbisch Hall ist das perfektionistische Arbeiten aber eine Möglichkeit, sich auf dem Markt zu differenzieren. Und eine normale, mehrschichtige Beklebung war bei einem Projekt wie diesem undenkbar. Der Porsche, ein Showfahrzeug, „muss aussehen wie lackiert. Keine Stelle darf auf eine Verklebung hinweisen“. Um die Folierung plastischer wirken zu lassen, überzogen zwei Car Wrapper von Signal Design sie anschließend noch mit dem passenden Laminat Dol 1480 matt von Avery Dennison. Zusammengenommen brauchten die beiden etwa 60 Stunden, um den Porsche komplett umzugestalten. Ein Unterfangen, das sich gelohnt hat: Der Kunde nahm seinen nun farblosen Porsche begeistert in Empfang, erinnert sich Markus Schäffler. Für ihn hat sich die Investition von Zeit und Geld gelohnt.

Stefan Huber

www.signal-design.de

Quelle: WRAPS, Ausgabe 01/2017 | Artikel als PDF