1. GEWA

Ford Mustang Car Wrapping mit Digitaldruck

Ein fliegendes Pony - Amerikanischer kann ein Auto kaum aussehen: Für einen Kunden gestaltete Vollverklebt.de einen Mustang komplett um – inklusive Adlermotiv.

Ein Adler auf dem „Pony“: Das Projekt von Vollverklebt.de ist in doppelter Hinsicht tierisch. Als der Kunde Holger Hahn den Ford Mustang von Thomas Burggraf, dem Inhaber des Unternehmens, in einem Musikvideo zu einem Spiel der Rennserie „Need for Speed“ zu Gesicht bekam, beschloss er, sich den Wagen – bei Autoliebhabern „Pony“ genannt – ebenfalls zu leisten.

Aber eines störte ihn an dem 650 PS starken Mustang S550: das metallische Originalblau des Autos. Die monotone Farbe war ihm für den hochmotorisierten Boliden zu unscheinbar. Also sollte es nicht dabei bleiben: Da Thomas Burggraf in verschiedenen Onlineforen zum Thema Car Wrapping bekannt ist und auch dort einen Kundenstamm hat, stellte Holger Hahn den Kontakt via E-Mail her. Das Gestalten sollte der Wrapper Thomas Burggraf dabei gleich selbst übernehmen – über Erfahrung im Verkleben des Modells verfügte er bereits. Die Inspiration für den zukünftigen Look des neuen Wagens lieferte dann ebenfalls das Unternehmen, wenn auch indirekt: Thomas Burggraf hatte vor einiger Zeit einen Smart designt und foliert, und dieses Muster sagte auch Holger Hahn zu – die Zeichnung des Kleinwagens sollte auf den Mustang übertragen werden. Aber die Frau des Kunden wollte ihren Segen nur unter einer Bedingung geben: Es musste ein typisch amerikanischer Weißkopfseeadler auf den bei­- den Seiten des US-Muscle-Cars zu sehen sein. Thomas Burggraf nahm sich dann einige Tage Zeit, um das Tiermotiv in die Grafik einzufügen und das gesamte Design an Größe und Form des bulligen Autos anzupassen; dies stellte kein Problem dar, da das Unternehmen alle Grafiken selbst gestaltet hat und deshalb mit den eigenen Daten flexibel arbeiten konnte. Grob skizziert, finden sich auf dem Auto leuchtend gelbe Streifen an den Rändern; die Grundfläche ist mit einem Flickenteppich aus vor allem schwarzen, roten und weißen, von Furchen durchzogenen Mustern gezeichnet. Herzstück des Designs sind die beiden Adlerköpfe vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Flagge auf den beiden Türen

Keine unnötigen Experimente

Zum Verkleben wählte Vollverklebt.de wie gewöhnlich die Folie MPI 1105 von Avery Dennison; die langjährige Erfahrung mit dem Produkt sowie die sehr gute Verarbeitungsqualität und Lebensdauer waren die entscheidenden Auswahlkriterien – aktuelle Folien würden diese laut dem Unternehmen nicht zufriedenstellend erfüllen. Außerdem sollte die Verkleidung später auch rückstandslos entfernt werden können.

Aber alles der Reihe nach: Erst reinigten die Wrapper das Fahrzeug und montierten störende Außenteile in einer zweistündigen Sitzung ab. Anstatt im Anschluss alle Folienstücke auf einmal zu bedrucken und zu verkleben, geht Vollverklebt.de grundsätzlich schrittweise vor: Dank des Latexdruckers 25500 von HP kann das Unternehmen etwaige Veränderungen noch direkt vor dem Drucken anpassen. So lassen sich unnötige Arbeit und überflüssiger Materialausschuss vermeiden. Da die Folie aufgrund des Latexdrucks weniger Zeit zum Ausgasen braucht als beispielsweise mit Lösemitteltinten bedruckte Produkte, kann das Unternehmen dadurch effizienter arbeiten.

Kleinschrittig zum neuen Look

Dementsprechend ging man folgendermaßen vor: Zunächst bedruckte Vollverklebt.de nur die Druckschnitte für die beiden Seiten des Autos. Die Folierer konnten dadurch besser abschätzen, ob das Gesamtdesign stimmig ist und die einzelnen Teile sauber schließen. Erst dann fuhren sie mit dem Bearbeiten und Anpassen der anderen Bereiche in der Druckdatei fort, sodass sie die Versatzstücke für Motorhaube, Dach und Stoßstangen sauber an denen für die Seiten ansetzen konnten – laut Thomas Burggraf nicht hundertprozentig, aber doch gut machbar. Diese Stellen bereiten auch erfahrenen Car Wrappern immer wieder Probleme. Dies liegt an der unterschiedlichen Folienmontage: Bei einer Stoßstange wird eine gewisse Dehnung benötigt, die bei den Seitenteilen weniger bis gar nicht auftritt. Planbar sei der Dehnungsgrad nicht, weshalb es sich anbiete, für diese Bereiche „einen gleichen Farbton oder Muster zu wählen“, sagt Thomas Burggraf. Um die Folie nachhaltig und optisch ansprechend aufzubringen, sei es zudem unabdingbar, möglichst spannungsarm vorzugehen. Zusammengenommen dauerten die Vorbereitungen inklusive Druck etwa drei Stunden.

Schlussendlich waren zwei Folierer vier Tage mit dem Projekt beschäftigt; um den Mustang zu folieren, benötigten sie etwa 30 Quadratmeter der Folie. Laminiert wurde anschließend mit dem Produkt DOL 1480 Matte. Sponsorenbeschriftungen und andere Logos kaschierten die Wrapper mit einem glänzenden Laminat auf, damit sich diese vom matten Untergrund abheben. Sprachlos nahm der Kunde sein neu eingekleidetes „Pony“ in Empfang. Das äußere Erscheinungsbild entspricht nun endlich den „inneren Werten“ des Autos. Beide Modelle, auch das des Designers, sind „auf vielen Treffen richtige Hingucker“, bestätigt Thomas Burggraf.

Stefan Huber huberwnpde

WERBETECHNIK, Ausgabe 02/2017 | Artikel als PDF